Donnerstag, 13. Dezember 2007
Voodoo-Technik
Der große Cthulhu hat ein peinliches Problem – er hat ein paar weltzerstörende Freunde zum Katastrophenfilm-Videoabend (Armageddon, Dr.Seltsam, Grease) eingeladen, aber der DVD-Player hat den Geist aufgegeben. Der technikunbegabte Usurpator stößt ein paar Flüche in unheiligen, längst vergessenen Sprachen aus, aber der DVD-Player stellt sich auf stur. Es droht eine fürchterliche Blamage, die Gäste rücken sicher schon an!
Flugs greift unser grotesker Freund zum Telefon, und wählt die 666, den Voodoo-Technikernotdienst. „Bitte warten sie bis zum Schrei des schwarzen Hahnes, sie sind der fünfte Teilnehmer in der Warteschleife“ – der große Cthulhu hasst Warteschleifen und vermerkt kurz im Hinterstübchen das auch diese bald zerstört werden müssen! Arme Callcenter … doch da meldet sich eine Stimme: „Voodoo-Technikernotdienst, ja bitte?“ Der große Cthulhu erklärt seine Notlage und verlangt umgehend nach einem schwarzmagischen Techniker. Da schellt auch schon die Türklingel.
Der Besuch ist da! Nyarlathothep, Studier-Cthulhu, roter Cthulhu und das Mondbiest kommen zur Tür herein, in voller Vorfreude auf einen gemütlichen Videoabend mit den bösesten Katastrophenfilmen der Geschichte. Studier-Cthulhu singt perfiderweise schon einmal die beliebtesten Melodien aus Grease.
Der große Cthulhu geleitet seine Freunde zur Couch und schildert sein Dilemma. Nyarlathothep ist sehr ungehalten und verbannt schnell ein paar Sternensysteme in die Kerkerdimensionen. Hoffentlich kommt der Notdienst bald!
Ah, da ist er ja bereits, mit einem Ohr am Handy, ein anderer Fall. Eine gewisse Rotkäppchen, deren Wolfdetektor im Eimer ist. Tja, da muss sich das dumme Gör wohl fressen lassen, es gibt jetzt erstmal wichtigeres zu tun.
Mit dem Voodoo-Elektrosmogsauger geht der Fachmann auf das renitente Gerät los. Der große Cthulhu ist beeindruckt und fragt ob sich dieses Gerät auch zum knechten verlorener Seelen eignet. „Natürlich, allerdings braucht man dazu den Knechtaufsatz Tantalos-5“, erklärt der Voodoofachmann. Der große Cthulhu, ein arger Techniklaie, nickt beeindruckt.
Der Voodoo-Techniker seufzt auf. „So geht das nicht, was wir brauchen ist ein zünftiger Geräteexorzismus. Wären sie so freundlich, eure Tentakeligheit?“ Die Augen des großen Cthulhu leuchten auf, hier ist er auf vertrautem Boden. Die widerspenstigen Geräte werden in die Höhe gehalten und der Exorzismus beginnt!
„Ayeeh Ftaghn Cthulhu, Iyee Iyee, Grazt Miroklose Shoggoth Knthnthn!“ Die mächtigen Worte erfüllen das Zimmer und den angrenzenden Ätherraum. „Eigentlich fast besser als Grease“, denkt sich der große Cthulhu. Hilflos müssen sich die technikblockierenden Geister zurückziehen.
Der Voodoo-Techniker ist der Held des Tages, der Videoabend gerettet! „Ich hätte auch noch eine Doris Day-Kollektion im Auto“, meint der stolze Reparateur. Das Mondbiest wedelt begeistert mit den Kopftentakeln und Nyarlathothep drückt ein paar Tränchen aus seinen drei Augen. „Mit Rock Hudson?“, fragt der große Cthulhu, was umgehend bejaht wird. Alle unmenschlichen Wesenheiten sind zutiefst beglückt, infernalischer kann ein Abend kaum werden.
Esogott empfiehlt: Bei Technikproblemen immer auf Voodoo vertrauen!
Geschrieben von Benjamin am 12/13 um 02:15 PM
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Dienstag, 20. November 2007
Karmastrahlen
Der große Cthulhu hat sich gerade an die Nähmaschine gesetzt, um seinem Lieblingshobby, der Erstellung dämonischer Flügelschoner, nachzugehen – da überfällt ihn ein plötzlicher Heißhunger! „Gebt mir Essen, und zwar sofort“, brüllt der sympathische außerweltliche Usurpator.
Kaum ist aufgetischt, treten neue Probleme auf: Das soll eine Mahlzeit sein? Für einen ausgewachsenen Tentakelgott? Der große Cthulhu tobt, von einer Erdnuss und einer Erbse ist schließlich noch kein grausamer Weltenzerstörer satt geworden.
Vom Wutausbruch des hungrigen Vernichters zahlloser Zivilisationen aus seinem Mittagsschlaf geweckt, eilt schnell der Botanicactus herbei. Findig wie er ist, hat er das Problem sofort gelöst: Die essbare Materie muss um ein Vielfaches vergrößert werden!
Der Botanicactus ist ein großer Erfinder futuristischer Apparate, vor allem Perpetuum Mobiles und Erdstrahlenumwandler sind sein Steckenpferd. Stolz präsentiert er seine neueste Erfindung: Der Karma-Massenkonverter. Er beruht auf dem logischen Prinzip der Massenvergrößerung durch Bestrahlen mit kosmischer Karmaenergie. Kluger Botanicactus!
Der große Cthulhu ist beeindruckt. Wird durch diesen Apparatus sein Hunger gestillt werden? Nach einem mondlandungsreifen Countdown betätigt der Botanicactus den Konvertierungsknopf.
Und es geht los!
Es hat funktioniert! Dank überlegener Karmakraft haben sich Erdnuss und Erbse zu kapitalen Kalorienbombern aufgepumpt.
Hmm, das schmeckt! Der große Cthulhu ist äußerst zufrieden, diese Karmakraft lässt sich sicher auch noch für andere infernalische Zwecke nutzen. Zum Beispiel könnte man mit ihnen Altpapier vermehren und so die Recyclingindustrie zum Einsturz bringen – bei diesem perfiden Gedanken lacht der böse Cthulhu fies in sich hinein, und nimmt noch ein Stück der weltgrößten Erdnuss zu sich. Guten Appetit!
Geschrieben von Benjamin am 11/20 um 12:09 PM
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Donnerstag, 18. Oktober 2007
Eine spiritistische Sitzung
Wenig ist los auf Esogott, öd und verwaist die Seite. Da schrillt plötzlich die Türklingel und der Psychische Postbote bringt ein Paket. Was kann das sein, schon wieder Post aus R’Lyeh? Mit zittrigen Händen öffne ich das weit gereiste Geschenk…
Es ist der große Cthulhu, der sich zum Nachmittagstee hierher hat schicken lassen! Heissa juchhe, bzw. Iyee Iyee!
Der große Cthulhu ist ein Fan unserer Seite, und ist verärgert, dass sich auf ihr nichts tut. Um einen vorschnellen Weltuntergang abzuwenden schlage ich vor eine spiritistische Sitzung nach dem Tee abzuhalten. Der Botanicactus ist auch schon ganz begeistert und holt alles was man dafür braucht. Der große Cthulhu ist zufrieden und verschont die Welt noch einmal. Das war knapp!
Eifrig sucht der Botanicactus alles zusammen: Kerzen, wackelige Leuchter, Tarotkarten und hochwirksame homöopathische Gifte. Und natürlich satanisches Gemüse.
Jetzt kann es losgehen – wir wiederholen immer wieder die magische Geisterbeschwörungsformel: „Dispater, Azazel, Weihnachtsmann, Luzifer, Behemoth, Atreju, Leviathan, erscheine, oh Geist!“ Wir steigern uns in einen ekstatischen Rausch und halten dabei unsere Gemüse in die Höhe.
Huch, da bildet sich ja plötzlich ein Kornkreis vor unseren Augen!
Aliens die mit unserer unheiligen Verbindung zur Geistwelt Schabernack treiben – der große Cthulhu ist erzürnt und heizt die Klimaerwärmung etwas an.
Der Botanicactus versucht die Situation zu retten und wirft eine besonders schlimme Tarotkarte in den Kreis. Ein Knall, ein Blitz – und dann ziehen sich die Aliens beleidigt zurück. Nicht ohne vorher allerdings noch den Schnaps auf ihre Untertassen zu transportieren. Verfluchte Aliens!
Wir nehmen unseren Singsang wieder auf, und steigern uns erneut in einen ekstatischen Wahn. Da springt mich plötzlich das Sofakissen an – wir haben einen Polstergeist beschworen!
Jetzt wird es dem großen Cthulhu zu bunt – mit der Fengshuikanone feuert er auf den bequemen Geist. Das Kissen wird sofort an seinen energetisch richtigen Platz gebeamt und der Geist muss schreiend in seine Astralwelt zurückkehren.
Das war eine feine Geisterbeschwörung, und Esogott beweist so klar die Existenz von außerweltlichen Wesen. Ein grandioser Triumph für Freidenker überall auf der Welt. Der große Cthulhu ist sehr zufrieden, und so begnügt er sich mit der Eroberung der Fernbedienung und der Vernichtung unserer Snackvorräte. Zufrieden guckt er Shoppingkanäle – wenn doch nur alle unmenschlichen Weltenzerstörer so freundlich wären!
Geschrieben von Benjamin am 10/18 um 02:01 PM
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Sonntag, 23. Juli 2006
Esobabes
Coming soon!
Geschrieben von LuciLicht am 07/23 um 10:26 AM
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Samstag, 22. Juli 2006
Astrologie im Praxistest
In unserer ersten Untersuchung so genannter übersinnlicher Phänomene wollen wir uns der Astrologie widmen. Die Idee, das der Stand der Sterne am Firmament uns tiefe Einblicke in unsere Persönlichkeit gibt, ist auf den ersten Blick einleuchtend und muss von guten Menschen nicht weiter hinterfragt werden. Schließlich macht man das schon sehr lange, und es gibt ganz viele kluge Bücher zu dem Thema. Trotzdem wollen wir diese Wissenschaft noch einmal genau unter die Lupe nehmen, um die Pharisäer mit ihrem ständigen skeptischen Gerede ein für allemal in die Schranken zu weisen.
Dafür habe ich die relevanten Daten eines meiner Mitbewohner, dem Botanicactus (meinem besten Kaktusfreund), auf einer Horoskop-Internetseite eingegeben, und in der folgenden Woche sein Verhalten eingehend beobachtet, um den Wahrheitsgehalt des Horoskops zu überprüfen. Wir wollen hier noch nicht zuviel verraten, aber puh, die Wissenschaft kann sich schon mal warm anziehen. Alle zitierten Passagen stammen aus dem Horoskop des Botanicactus.
“Dein Sternzeichen ist Fische. Das ist das Zeichen, in dem in Deinem Geburtshoroskop die Sonne steht. Dein Aszendent ist Krebs, und Dein Mond steht im Zeichen Schütze.”
Aszendent Krebs
“Du bist eine sehr empfindsame Person und hängst sehr an Deiner familiäen Umgebung. Wenn Du neuen Leuten begegnest, bist Du zwar freundlich, aber Du sprichst erst dann über Deine wahren Gefühle, wenn Du sie sehr gut kennst. Wenn Du Dich aber entschlossen hast, jemandem zu vertrauen, dann tust Du das aus vollem Herzen.”
Diese Aussage kann man nur unterstreichen. Der Botanicactus ist sehr vorsichtig in der Auswahl seiner Freunde, wenn er aber mal jemanden ins Herz geschlossen hat, so steht er fest zu ihm. Niemals würde er den Sonntagstee bei seinen Freunden verpassen.
Sonne im neunten Haus
“Du bist sehr neugierig und willst, dass man alle Deine Fragen so schnell wie möglich beantwortet. Du interessierst Dich für Themenbereiche, die sich mit den größeren Zusammenhängen der Erde und des Lebens beschäftigen.”
Die letzten Dinge spielen eine große Rolle im Leben des Botanicactus. Hier sehen wir ihn bei einer spiritistischen Sitzung mit seinem Großonkel Uwe.
“Deine Rastlosigkeit lässt sich allerdings nicht allein mit irgendwelchen Vorstellungen befriedigen. Du willst reisen und die Welt kennenlernen. “
Auf einer Antarktisexpedition
Aber auch der Dschungel hat es dem Botanicactus angetan. Hier im Amazonas, auf der Suche nach dem Guyana-Baumkalmar.
“Du lernst schon früh im Leben, vorauszuplanen und Dich auf morgen vorzubereiten. Diese Eigenschaft wird sich für Deine Zukunft als sehr vorteilhaft erweisen.”
Klar, so eine Reise muss schon gut geplant sein.
Mond im fünften Haus
“Es kann Dir manchmal passieren, dass Du aus einer überschwenglichen Stimmung heraus viel zu große Risiken eingehst. Wenn Dir so etwas geschieht, mangelt es Dir an Urteilsvermögen, womit Du Dir einigen Ärger einhandeln könntest.”
Auch hier irrt das Horoskop nicht – der Botanicactus wandelt immer nah am Abgrund.
Venus in Fische
“Du liebst es, anderen zu helfen, weil Du Dich dann ganz einfach gut fühlst. Du hast die Gabe, Menschen aus tiefster Seele und aufrichtig lieben zu können, was diese Menschen, denen dieses Geschenk zuteil wird, sehr an Dir schätzen werden. Dein einziges Problem könnte sein, dass Du zuviel Energie und Aufmerksamkeit für Leute aufbringst, die es nicht wirklich wert sind, und die Dich vielleicht sogar ausnutzen.”
Ein großes Problem – immer wieder lässt sich der Botanicactus breitschlagen, in den Erdnussminen der fiesen Grünlinge Frondienste zu verrichten.
Da schuftet er, und rühren seine “Freunde” einen Finger?
Die Nussextraktion erfordert volle Konzentration und harten Muskeleinsatz. Armer Botanicactus!
Und dafür wird er vom gemeinen Schleim und seinen reptiloiden Schergen auch noch ausgelacht.
Venus im neunten Haus
“Du genießt jede Aktivität, die Deinen Erfahrungsschatz erweitert. Neue Orte zu erkunden, weckt Deine Neugier. Außerdem liebst Du es, neue Denkgewohnheiten kennenzulernen, die sich von den Dir vertrauten unterscheiden.”
Zur Höhlenforschung fühlte sich unser stacheliger Freund schon immer hingezogen.
“Diese Venusstellung beeinflusst Deine Art, wie Du die Welt betrachtest. Bei Deinen Ideen und Vorstellungen spielt Harmonie eine wesentlich größere Rolle als Logik. Du fühlst Dich nur zu Denkmethoden hingezogen, die menschliche Gefühle mit einbeziehen, daher interessierst Du Dich viel mehr für Literatur, Dichtung und Kunst als für Naturwissenschaften und Mathematik. Für Dich ist Schönheit ein notwendiger Bestandteil der Welt, so wie sie nach Deiner Vorstellung sein sollte.”
Faszinierend – die Geheimnisse das alten Ägypten. Zum Glück ohne Naturwissenschaft.
Mars in Steinbock
“Für einen jungen Menschen bist Du außergewöhnlich ehrgeizig und bist gewillt, für etwas Reales und Dir Wichtiges hart zu arbeiten. Du denkst eher praktisch als zu idealistisch und arbeitest für greifbare Ziele. Für Dein Alter bist Du wirklich sehr diszipliniert und auch in der Lage, Verantwortung zu übernehmen.”
Diszipliniert geht der Botanicatus seinem Tagwerk nach, der Eisenverhüttung. Dabei trägt er immer vorschriftsmäßig seinen Schutzhelm.
“Die einzige Gefahr, die Du meiden solltest, besteht darin, den Wert anderer Leute an ihrem Einkommen oder ihrem gesellschaftlichen Ansehen zu messen. Es gibt viele wichtige Dinge in dieser Welt, die nicht mit diesen Maßstäben bewertet werden können.”
Ein gewisser Materialismus wird dem Botanicactus nicht ganz zu Unrecht nachgesagt.
Mars im sechsten Haus
“Wenn Du mit anderen zusammenarbeitest, solltest Du Dich bemühen, nicht übermäßig kritisch oder herrisch aufzutreten. Mit dieser Marsstellung ist es besonders wichtig, dass Du lernst, auf gute und ehrliche Weise Deinen Zorn auszudrücken.”
Da ist dem Botanicatus aber der Geduldsfaden gerissen – kein Wunder, der schlampige Schwammlehrling hat völlig versagt und schon wieder den falschen Sicherheitshelm aufgehabt.
Insgesamt ein klares Ergebnis – die Vorhersagen des Horoskopes geben Charakter und Lebensweise des untersuchen Subjekts vollkommen wieder, mit einer schon geradezu verblüffenden Präzision. Wer jetzt noch Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Astrologie hat, der glaubt wahrscheinlich nicht mal an die belegte außerirdische Herkunft von Kornkreisen oder an Atlantis. Für ganzheitlich denkende Menschen sollte das Thema nun allerdings erledigt sein.
Geschrieben von Benjamin am 07/22 um 01:54 PM
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